2012 im Aufstieg. Das erste Quartal 2013 bestätigt den Trend und erlaubt mittelfristig Optimismus. Piero Massimo Cristini gibt einen Überblick über die kommenden Jahre

Valerio Germanico

«Deutschland als wichtigsten Bezugsmarkt zu haben, ist entscheidend für unser Wachstum». Und darauf konzentrierten sich, wie Piero Massimo Cristini, der Geschäftsführer von Htc, der Konzerngesellschaft der Ht-Ceram-Gruppe erklärt, die im Laufe des Jahres 2012 verfolgten wirtschaftlichen Ziele und die positiven Schätzungen, die für die Wirtschaftsentwicklung im nächsten Quartal gemacht werden. Die Gruppe umfasst mehrere Konzerngesellschaften, die auf die Herstellung von industrieller technischer Keramik spezialisiert sind. Dabei stehen für Htc vor allem der Markt der keramischen Anwendungen für mechanischen Einsatz und Bereiche im Mittelpunkt, in denen hohe Verschleiß-, Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit gefragt sind. Eine andere Konzerngesellschaft wiederum konnte sich durch seine hohe Qualifikation auf dem Markt der keramischen Anwendungen für elektrotechnischen Einsatz profilieren.

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DURCHSCHNITTLICHER WERT: +20%
UMSATZSTEIGERUNG, DIE HTC SRL. 2012 VERZEICHNEN KONNTE. DIESES ERGEBNIS IST IN ERSTER LINIE MIT DEN BEZIEHUNGEN ZUM FÜHRENDEN DEUTSCHEN MARKT VERBUNDEN.

BILDUNTERSCHRIFTEN: Piero Massimo Cristini, Geschäftsführer von Htc Srl in Corte Franca (BS), Unternehmen der Ht-Ceram-Group        www.ht-ceram.com       www.htc-ceramics.com       www.redco-ceramics.com

Ihre Ergebnisse werden vor allem durch den Export gefördert. Wie sieht das Gesamtbild aus?

«Wir sind derzeit – trotz der Entwicklung der italienischen Wirtschaft – in einer ziemlich glücklichen Lage. Denn der Großteil unseres Marktes ist auf Deutschland ausgerichtet, wo bekanntlich die Krise wesentlich weniger zu spüren ist als bei uns. Aber wir haben nicht nur in Italien Geschäftspartner, sondern auch in anderen europäischen Ländern, wie Österreich, Schweiz, England und Spanien. Unsere Internationalisierung wurde vor allem durch die Einführung einer neuen Person in das Unternehmen gefördert, die sich ausschließlich der Suche nach neuen Märkten widmet. Derzeit sind sowohl in Italien, als auch im Ausland verschiedene Projekte angelaufen, die eine konkrete Form annehmen und auf Marktnischen ausgerichtet sind, für die eine besondere Performance erforderlich ist».

Welche sind die wichtigsten Anwendungsbereiche, in denen Ihre Keramiklösungen zum Einsatz kommen?

«Als Htc konzentrieren wir uns in erster Linie auf den Mittel- und Hochdruckkolbenbereich, den Kabel- und Gießverfahrensektor, für den wir vor allem Werkstücke aus Titanat fertigen, ein für diese Anwendung besonders leistungsfähiges Material. Keramik ist auch für viele andere Anwendungen, von mechanischen Dichtungsringen bis hin zu Armaturen für industriellen Einsatz, last but not least auch für die Lebensmittel- und Kosmetikbranche, sowie den medizinischen  Bereich geeignet».

Auf welche Sektoren ist hingegen Redco spezialisiert?

«Das Unternehmen fertigt fast ausschließlich Keramikteile für Isolierungen, die für gepanzerte Widerstände und Patronenwiderstände verwendet werden, und richtet sich vor allem an die Märkte in Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Dieses Unternehmen hatte bis vor zwei, drei Jahren als Bezugsmarkt ausschließlich den Binnenmarkt, während es heute 30% seiner Produktion exportiert und sich damit den Zahlen von Htc nähert, wo bereits 50% der Produktion auf ausländischen Märkten vertrieben wird».

Welche Form von Mehrwert hat Ihre Strategie für Sie gehabt, verschiedene Industriebereiche anzusprechen und einen breit gefächerten Kanon an Märkten zu umwerben?

«Die Orientierung auf unterschiedliche Sektoren und Länder haben uns auf internationaler Ebene gewiss größere  Marktpräsenz und mehr Glaubwürdigkeit eingebracht. Wir arbeiten derzeit daran, unser Know-how und Image in außereuropäische Märkte zu investieren, und Kontakte mit Partnern in verschiedenen Schwellenländern zu knüpfen».

Welche Perspektiven und Ziele haben Sie somit mittelfristig vor Augen?

«Angesichts der positiven Entwicklung im ersten Quartal dieses Jahres erwarten wir uns in den kommenden drei Jahren eine Umsatzsteigerung von mindestens 10-15% jährlich. Dieser Wachstumstrend ist einerseits eng mit der Stärkung der Beziehungen mit den bereits erworbenen Partnern und andererseits mit der Knüpfung neuer Beziehungen mit Partnern verbunden, für die wir bereits wichtige Muster erstellt haben, die demnächst in richtige Produktionen umgesetzt werden sollen».

Valerio Germanico
DOSSIER • LOMBARDIA 2013